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Gebrauchtwagen kaufen - die möglichen Fallen.

Wir fahren fort. Noch nicht mit dem Auto, denn dieses haben wir ja soeben definiert. Also unser gebrauchtes Wunschauto. In der Theorie steht es schon vor unserer Haustüre. In der Praxis noch nicht. Wir machen uns auf die Suche. Beim Gebrauchtwagenhändler, in den diversen Internetseiten. Das kann schnell gehen. Wenn man weiß, wonach man sucht.

Keine Angst vor Fragen beim Gebrauchtwagenkauf.

Gebrauchtwagen kaufen - die möglichen Fallen

Interessant wird es dann, wenn man sich mit dem Verkäufer trifft. Ohne einer ordentlichen Besichtigung würde ich sowieso niemals ein Auto kaufen. Tipp: Ein Treffen immer im öffentlichem Raum fixiren. Vermeintliche Betrüger scheuen diese Plätze. Beim Treffen gibt es nur eine Devise: Keine Angst vor Fragen. Fragen Sie. Fragen Sie nach. Noch besser: Geben Sie beim ersten Kontakt mit dem Verkäufer bereits eine Liste offener Fragen ab. Dann hat der Verkäufer die Möglichkeit sich vorzubereiten und fehlende Informationen zu besorgen.

Wonach Sie auf alle Fälle fragen sollten:

Typenschein: Das Wichtigste ist der Typenschein. Wer den Typenschein besitzt, besitzt auch das Auto. Lassen Sie sich dieses Stück Papier vorzeigen und schauen Sie es sich genau an.

Personalausweis: Entscheidend ist, ob der Verkäufer auch der Eigentümer des Autos ist. Fragen Sie nach einem Personalausweis. Man weiß nie.

Zulassungsschein: Auch hier gilt: Anschauen. Vergleichen Sie die Angaben im Zulassungsschein mit den Angaben im Typenschein. Finden sich Abweichungen, ist etwas faul.

Serviceheft: Das ist quasi das EKG eines Autos. Je weniger Lücken das Serviceheft aufweist, desto besser für Sie. Sie können das ganze Leben des Autos rekonstruieren. Großes Service, kleines Service, Ölwechsel ... Schlaue Verkäufer notieren alles. Auch wann Winterrreien aufgezogen worden sind, wann die Sommerreifen, wann wurden die Wischblätter gewechselt. Mehr dazu in einem späteren Blog zum Thema Tipps und Tricks beim Verkauf eines Gebrauchtwagen.

Unfallschäden: Unfallschäden passieren. Was nicht passieren darf ist, wenn jemand diese verheimlicht. Warum auch immer. Fragen Sie, ob das Auto einen Unfall hatte. Eine kleine Delle macht dabei keine Sorgen. Problematischer wird es, wenn dabei sogenannte tragende Teile eines Autos beschädigt worden sind. Wie zB. die Grundkarosserie. Wird ein Unfallschaden gemeldet, lassen Sie sich die Reparturrechnung zeigen, sofern diese vorhanden ist. Dann wissen Sie wo und wie die Reparatur gemacht worden ist.

ÖAMTC Ankaufstest: Wenn nicht bereits gemacht, fragen Sie nach einem ÖAMTC Ankaufstest. Oder machen Sie ihn.

Kilometerangaben: Fragen Sie nach den "echten" Kilometern. Also, wie und wo wurde das Auto tatsächlich gefahren. Von wem auch. Und wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, schauen Sie im Serviceheft nach, ob die dortigen Kilometer mit jenen am Tacho übereinstimmten. Gut ist, den tatsächlichen Kilometerstand im Kaufvertrag festzuhalten.

Probefahrt: Eine Probefahrt gibt Ihnen ein Bild davon, wie sich das Auto für Sie anfühlt. Dabei dürfen Sie es schon auch ein wenig "härter" nehmen. Ohren auf, Augen auf und spüren. Bremsen, Kupplung, Fensterheber, Scheibenwischer, Scheibenwasser, Radio, Navi, Heizung ... Es gibt viel, was Sie in kurzer Zeit unter die Lupe nehmen können.

Bezahlung: Niemals viel Bargeld mit sich tragen. Die Polizei empfiehlt, Zahlungen in einer Bank zu erledigen.

Blick unter die Motorhaube: Suchen Sie nach Kleber für Ölwechsel und vergleichen Sie die Angaben mit dem Serviceheft. Doppelt kontrolliert ist besser als gar nicht.

Wie Ihr zukünfiges Auto behandelt worden ist erkennen Sie auch anhand einfacher Signale. Abgenutzte Pedale, abgegriffener Schalthebel, aufgewetzte Sitze - diese Anzeichen lassen auf eine intensive Nutzung schließen.

Weitere Tipps für den Gebrauchtwagenkauf

Zeit nehmen: Nicht hetzen lassen. Gar nicht von Verkäufern, die Druck machen. Vergleichen, schauen, entscheiden.

Alternativen: Die beliebtesten Automarken sind immer die teuersten, weil sie begehrt sind. Erinnern Sie sich: Plan B und C sind oft bessere Schnäppchen.

Zustand prüfen: Was wurde erneuert? Was würde anstehen? Welche Folgekosten könnten entstehen.

Restwert: Prüfen Sie auch, wie sich der Restwert des ausgesuchten Autos entwickelt. Es bringt Ihnen wenig, wenn Sie beim Kauf sparen und dann verliert das Auto schnell an Wert.

Kaufvertrag: Es gibt vom ÖAMTC umfangreiche vorgefertigte Kaufverträge, die Sie nutzen können.

 

 

Beim nächsten Mal beschäftigen wir uns mit der rechtlichen Seite. Stichwort Gewährleistung.

#derMetzger
Mario

 

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