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Gebrauchtwagen prüfen und bewerten.

Schon beim Lesen der Anzeigen für eine Gebrauchtwagen kann ich eigentlich schon sehr viel über den Zustand des Gebrauchtwagen erfahren. Jahrelange Erfahrung spielt da bei der Prüfung und Bewertung eine große Rolle. Üblicherweise wird getrickst und geschummelt, wie sonst nur vor dem Scheidungsrichter. Die Kluft zwischem dem, was ein Käufer für ein Gebrauchtauto zahlen möchte und dem, was ein Verkäufer dafür haben will ist anfangs immer sehr groß. "Top Zustand", "Garagengepflegt" ... nur einige der Floskeln in jedem Inserat. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, hat oft die Nase vorn. Beim anschließendem Verhandeln. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich bei einer Besichtigung mit der Frage "Sind Sie Mechaniker?" angesprochen wurde. Meine Fragen waren gezielt und haben Verdacht geschöpft.

Die Zeiten haben sich geändert und heute spielen andere Faktoren eine wertsteigernde oder wertmindernde Rolle. Früher sagte der Kilometerstand sehr viel überein Auto aus. Heute sind die meisten Autos so gut motorisiert und technisch ausgereift, dass Kilometerangaben weit über die 200.000 kein Grund sind, sich nicht mehr für das Auto zu interessieren. Auch das Thema Rost wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Autos, die bis zu 10 Jahre (und auch mehr) am Buckel haben, sind im allgemeinen immer noch in gutem Zustand. Sofern der oder die Besitzer auch darauf geachtet haben.

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Alt heißt nicht immer unbrauchbar.

Autobewertung vom unabhängigen Fachmann

Gebrauchtautos haben trotzdem ihre Gebrauchsspuren. Denn die Zeit nagt hier außen und innen. Nachfolgend eine kleine, nicht vollständige Liste üblicher Kontrollpunkte, die es verdienen, bei jeder Besichtigung unter die Lupe genommen zu werden. Sie können üer einen Nachlass entscheiden.

Sitze: Vor allem bei Vielfahrern leiden die Sitze. Nicht nur der Stoff, auch der Schaumstoff darunter. Er gibt nach, so dass der Seitenhalt damit nicht mehr optimal ist. Gleiches gilt für die Sitzlehne. Ist die durch, fährt man wie auf einem Liegestuhl. Ältere Kleinwagen und die Mittelklasse sind die üblichen "Opfer".

Ganghebel: Typisch für gebrauchte Autos sind die abgenutzen Lederüberzüge bei den Ganghebeln. Egal ob Schaltknopf oder die Abdeckung zum Getriebe. Das ständige Schalten reibt das Leder auf und Ringe zerkraten den Rest.

Innenbezug: Vom Dreck abgesehen, ist der Innenbezug nicht für ewig bestimmt. Er löst sich und gibt den Weg zur nackten Karossereie frei. Zum Beispiel entlang der Türleisten oder rund um die Mittelkonsole bis hin zum Bereich der Pedale. Einfach einmal genau hinschauen.

Elektrik: Jetzt kommen wir schon langsam zum Kern. Die Autos bekamen die letzten Jahre immer mehr Elektrik und Sensoren verpasst. Je älter, desto anfälliger. Funktioniert alles bei der Besichtigung, heißt das nicht, dass es tags drauf auch funktionieren wird. Und Gewährleistung bei Privatverkauf gibt es nicht. Also prüfen und dann beten.

Motor: Hier verstecken sich die meisten Gefahren. Nur Schrauber und Mechaniker haben den großen Überblick. Besser gesagt den Unterblick. Denn vieles ist versteckt. Meistens unter einer Abdeckung. Oder noch weiter dahinter. Schläuche, Kabel, Dichtungen ... der Defekt ist immer und überall. Was nicht ist, kann noch werden. Macht der Motor aber einen sauberen und gepflegten Eindruck, kann man davon ausgehen, dass auch technisch vieles gut in Schuss sein sollte.

Versteckte Mängel bei Gebrauchtwagen.

Pickerl: Bei "Pickerl abgelaufen"-Anzeigen ist immer Vorsicht zu genießen. Meistens gehen solche Autos unmitterlbar nachdem sie beim ÖAMTC oder ARBÖ durchgefallen sind in den Privatverkauf. Pickerl abgelaufen kann viel bedeuten. Kaum aber Gutes. Ist das Pickerl aber noch länger als 6 Monate gültig, dann handelt es sich selten um einen "Notverkauf".

Papiere: Fehlende Papier sind ein eindeutiges "no-go". Auch Vesprechen wie "habe ich privat machen lassen", sollten zumindest zu mehr Vorsicht verleiten. Originalrechnungen sind der beste Beweis dafür, dass bestimmte Reparaturen auch tatsächlich gemacht worden sind. Deshalb immer nachfragen.

 

Blechschäden: Ein geschultes Auge kann schnell erkennen, wo der oder die Vorbesitzer nachhelfen mussten. Für jene, die es genau wissen möchten, gibt es elektronische Hilfen wie Autolack-Tester. Damit kann die Dichte des Lacks bestimmt werden. Je dicker der Lack, desto mehr wurde gespachtelt und nachlackiert.


Ich werde diese Liste mit der Zeit weiter vervollständigen. Und für den Fall, dass Sie sich unsicher fühlen: Sie wissen wo ich zu finden bin.

Ihr Auto Metzger
Mario
#derMetzger

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